Frühe Früchtchen für die Saftpressen

Die Saftsaison 2019 hat begonnen! Seit einigen Wochen können wir nun schon leckeren Rhabarber genießen und die Kirsch- und Johannisbeer-Reife steht kurz bevor. Doch ehe der erste Fruchtsaft diesen Jahres die Lebensmittelläden erobern kann, wird erstmal geerntet.

First of all: Rhabarber

Der Rhabarber läutet jedes Jahr die Obst-Ernte ein. Dabei zählt er definitionsgemäß gar nicht zum Obst, sondern ist eigentlich ein Gemüse. Der süß-säuerlicher Geschmack des Rhabarbersaftes sorgt für den besonderen Frische-Kick an den ersten warmen Sonnentagen und ist für viele inzwischen eine echte Alternative zur Apfelsaftschorle. Seine frühe Erntereife verdankt der Rhabarber dem Schutz des Erdbodens in dem er überwintert. Die ersten Sorten sind bereits im April reif. Die Ernte erfogt nach wie vor per Hand. Bei günstigen Wetterbedingungen erreichen die Blattstiele eine Länge von bis zu 1 Meter und ein Gewicht von 1 Kilogramm.

Beerige Zeiten

IMG_7428Hammer.jpgAuch die Johannisbeeren zählen zu den Frühstartern der Saison. Zu Beginn des Sommers gehen die roten und weißen Johannisbeeren an den Start. Ihren Namen verdanken die eher herb-süßen Beeren übrigens dem Johannistag am 24. Juni, welcher den Erntezeitraum der Johannisbeeren einläutet. Etwas länger brauchen die schwarzen Johannisbeeren, die im Juli als echte Vitaminbomben die Saftpressen erobern. Während Beeren und Kirschen zur Verwendung als Tafelobst per Hand geerntet werden, ist die Ernte zur Fruchtsaftherstellung hochtechnisiert. Sie ermöglicht die Ausnutzung des optimalen Erntezeitpunkts und eine schnelle Ernte sowie zeitnahe Anlieferung der frischen Früchte an die Keltereien. Diese maschinelle Form der Ernte stellt jedoch auch besondere Ansprüche an die Kultur und deren Anbau.

Um beispielsweise Johannisbeeren möglichst schonend und reibungslos von den Zweigen ernten zu können, werden die Sträucher in aufrechter Form, in breiten Reihen gepflanzt. Mit einem Vollernter werden die Beeren schonend von den Sträuchern entfernt und gelangen dann über Förderbänder in große Sammelbehälter und können noch am gleichen Tag an die Fruchtsafthersteller geliefert werden.

Da solche komplexen und hocheffizienten Maschinen sehr teuer in Anschaffung und Unterhalt sind, schließen sich viele Obstbauern zu Erzeugergemeinschaften zusammen. So können Maschinen gemeinschaftlich angeschafft und die Früchte kollektiv vermarktet werden.

Sauer macht lustig!IMG_8344Hammer.jpg

Aufgrund der frühen Kirschblüte Mitte April, können wir uns auch über Sauerkirschen schon zum Start der Erntesaison freuen. Da sie dank ihrer späteren Blütephase weniger frostanfällig sowie trockenheitsresistenter sind, gelten sie als widerstandsfähiger als Süßkirschen. Diese Eigenschaften ermöglichen den Anbau auch an anspruchsvollen Standorten. In Abhängigkeit von Sorte und Wetterlage sind Sauerkirschen ab Juni bereit zur Ernte. Auch hier kommen Erntemaschinen zum Einsatz, die durch kurzes, kräftiges Schütteln, die reifen Kirschen vom Baum auf Fangmatten befördern. Von dort aus werden sie automatisch in die zum Weitertransport vorgesehenen Kisten verfrachtet. Diese Methode wird auch in der Apfel- und Birnenernte eingesetzt und hilft die Obsternte so effektiv und zügig wie möglich zu gestalten.

Und so beginnt die Fruchtsaftsaison schon sehr früh und wir profitieren von der großen Auswahl an verschiedenen Früchten, die uns die Natur zur Verfügung stellt! Dank den Fruchtsaftherstellern können wir das „flüssige Obst“ das ganze Jahr über genießen.